Meditation lernen

Wie Du in klaren, einfachen Schritten Meditation erlernen kannst

Meditation lernen in klaren Schritten

Meditation lernen, was kann Dir das geben? Und wie lernst Du das Meditieren am besten? Es gibt viele Meditationstechniken. Doch welche ist die richtige für Dich? Diese Fragen möchten wir im Folgenden beantworten. Diese Meditationsanleitung und Informationsseite zum Thema Meditation zielt darauf ab, Dir Schritt für Schritt den Weg zu der Meditationsweise zu zeigen, die Dir am meisten nützt und Deiner Persönlichkeit entspricht. Denn jeder kann meditieren und dabei etwas wirklich Erfüllendes erleben, vorausgesetzt er hat die richtige Meditationsweise für sich entdeckt und übt mit Geduld und Ausdauer. Meditation kann Dein bester Freund werden.

Der Nutzen von Meditation

Wer Meditation lernt und übt, bringt seinen inneren Reichtum zum Vorschein: inneren Frieden, Gelassenheit in stressigen Situationen, Freude im Herzen unabhängig von äußeren Umständen, mehr Mitgefühl, Liebe und Verständnis für andere, … . Auch Deine Gesundheit kann sich dadurch verbessern.

Lernst Du meditieren, wird sich Dein Leben schon nach wenigen Wochen erfüllender gestalten, wenn Du täglich übst. Das können alle bestätigen, die meditieren. Meditation wirkt, das haben inzwischen sogar Tausende von wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt.

Der Aufbau dieser Meditationsanleitung

Dich interessiert sicher, wer diesen Text übers Meditieren Lernen verfasst hat. Das liest Du als nächstes. Danach erfährst Du, wie sich Meditation auf Deine Ängste, Dein Selbstvertrauen, Deinen inneren Frieden, Deine Lebensfreude, … – also Deine Psyche und Dein Bewussstsein – sowie Deine Fähigkeiten auswirkt. Du wirst Deine Probleme wiederfinden und erkennen, wie Meditation sie lösen kann. In diesem Zusammenhang liest Du auch das Wissenwerteste darüber, was wissenschaftliche Studien bisher über Meditation herausfanden. Das wird Dich sicher motivieren, Meditation zu lernen.
Im Anschluss an das Kapitel, das den Nutzen von Meditation erläutert, folgen die Kapitel, die die Schritte aufzeigen, die für eine gute Meditation notwendig sind. Willst Du etwas Bestimmtes zu einem Thema wissen, kannst Du auf den Text neben den folgenden einzelnen Punkten klicken und landest sofort beim entsprechenden Kapitel.

Vom wem ist diese Meditationsinfo und Anleitung?

Sri Chinmoy

Antaranga Gressenich

Ich übe seit 1987 jeden Tag Meditation, weil mir das äußerst gut tut. Das Meditieren habe ich von dem spirituellen Lehrer Sri Chinmoy (1931 – 2007) erlernt, einem sehr erfahrenen Meister der Meditation. Ich liebe es Meditationskurse zu geben und ich habe eine Ausbildung als Heilpraktiker absolviert. Meditationskurse, die ich oder andere Meditationsschüler von Sri Chinmoy geben, sind gemäß echter Yogatradition kostenlos. Mein Name ist Antaranga Gressenich und ich lebe in München. Weil Meditieren glücklich und friedvoll macht, möchte ich Dir den Erfahrungsschatz meines Lehrers und meine persönlichen Erfahrungen mit der Meditation weitergeben. Seit meiner Jugend liegt es mir am Herzen, einen Beitrag dafür zu leisten, dass mehr und mehr Menschen Erfüllung finden sowie friedvoll und in Freundschaft zusammenleben. Meditation ist meiner Erfahrung nach einer der entscheidenden Wege dorthin.

Welche wohltuenden Wirkungen hat Meditation?

Meditation schenkt inneren Frieden

Wenn wir meditieren, empfinden wir im Alltag mehr inneren Frieden. Wir werden insgesamt zufriedener. Dadurch werden uns automatisch auch vorwiegend positive Gedanken begleiten. Die meisten Menschen denken viel über die Vergangenheit oder die Zukunft nach und machen sich Sorgen. Alle Medititationstechniken zielen darauf ab, Frieden im Verstand zu schaffen und unsere Gedankenflut einzudämmen. Unsere Gedanken werden durch Meditation mit der Zeit klarer und wir lernen den Verstand abzuschalten, wenn wir ihn nicht benötigen.

Meditation macht gelassener

Gelassenheit bedeutet, dass wir nicht sofort und getrieben von starker Wut, Trauer oder Angst auf unangehme Ereignisse reagieren. Diese Gefühle rauben uns den inneren Frieden und verleiten uns häufig zu Handlungsweisen, die uns letztendlich schaden. Durch regelmäßige Meditation bleiben wir auch in Situationen gelassen, die uns voher in Stress versetzt haben. Sind wir gelassener, können wir mit Liebe, Mitgefühl und innerer Ruhe angemessen und überlegt handeln.

Meditation macht glücklich

Nach einer Meditation fühlen wir uns fröhlicher und diese Freude tragen wir mit in den Tag hinein. Es ist eine Freude, die unabhängig davon ist, ob wir etwas geschenkt bekommen oder uns etwas Gutes passiert ist. Die Arbeit und das Leben erfüllen einen dann einfach mit mehr Freude. Meister der Meditation, auch spirituelle Meister genannt, sprechen davon, dass jeder, der lange genug übt, letztendlich in einen Zustand der Freude eintreten wird, der immer andauert.

Meditation verbessert unsere Beziehungen zu anderen Menschen

Wenn wir auf unser spirituelles Herzentrum meditieren, das in der Mitte der Brust liegt – dort wo wir Liebe empfinden -, verbessern sich ganz von selbst unsere Beziehungen zu anderen Menschen. Durch die bewusste Ausrichtung unserer Konzentration auf dieses Energiezentrum entwickeln sich mehr Liebe und Mitgefühl in unserer Gefühlswelt. Unsere Fähigkeit wird verstärkt, sich in Andere hineinzuversetzen. Wir spüren dann ganz spontan, was andere Menschen fühlen. Dieses Einssein mit anderen gepaart mit mehr Liebe, führt dazu, dass unsere Mitmenschen uns dann mehr am Herzen liegen. Ihre Bedürfnisse werden zu unseren eigenen Bedürfnissen und wir reagieren mit mehr Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, Geduld und Verständnis. Zudem werden wir auch bessere Zuhörer.

Meditation stärkt unser Selbstvertrauen

Das Selbstvertauen aller Menschen ist in der Regel Schwankungen unterworfen. “Selbstvertrauen entsteht, wenn wir fühlen, dass es eine höhere Kraft gibt, die ständig für uns sorgt und uns führt. Wenn wir diese Art von Gefühl oder Glauben nicht haben, dann können wir kein dauerhaftes Selbstvertrauen haben,” erklärt der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy. Durch Meditation werden wir uns des Wirkens dieser höheren Kraft bewusst und bekommen dadurch mehr und schließlich bleibendes Selbstvertrauen.

Meditation verbessert unsere Fähigkeiten auf allen Gebieten

Weil wir durch Meditation ruhiger, aufmerksamer, enrgiegeladener, kreativer und konzentrierter werden, können wir alle Aufgaben und Arbeiten besser erledigen. Auch unsere Talente und Fähigkeiten verbessern sich. Wir werden zum Beispiel schöner zeichnen, singen oder gekonnter Ski fahren können.

Meditation enthüllt den unsterblichen Teil von uns

Vielleicht hast Du Dich schon einmal gefragt, was von Dir übrig bleibt, wenn Du stirbst. Wenn sich in der Meditation das Dritte Auge, ein spirituelles Energiezentrum, das sich zwischen den Augenbrauen befindet, weit genug öffnet, wirst Du den unsterblichen Teil von Dir sehen – Deine Seele. Vielleicht glaubst Du, dass Gott existiert oder Du zweifelst daran. Letztendlich kannst Du, wenn Du intensiv Meditation übst, eines Tages selbst erleben, was Gott ist, wie er aussieht und was Gottes Wille ist. Du wirst selbst erfahren, dass Deine Seele ein Teil von Gottes Bewusstsein ist, so wie eine Welle oder ein Tropfen Teil des Meeres ist.

Hirnzentrum für Gelassenheit wächst durch Meditation

Die Fähigkeit zur Gefühlskontrolle und damit zur Gelassenheit, zu Mitgefühl und verständnisvollen angemesenen Handlungsweisen zeigt sich im orbifrontalen Kortex des Gehirns. Je länger die Meditationspraxis eines Menschen andauerte, desto mehr Nervenzellen wies diese Gehirnregion auf, so eine wissenschaftliche Studie von Hölzel und Kollegen vom Jahr 2008. Auch die Fähigkeit zu lernen, auf gleiche Menschen oder Situationen mit anderen und positiven Gefühlen zu reagieren, wird diesem Hirnteil zugeschrieben.

Ängste nehmen durchs Meditieren ab

Wenn wir täglich meditieren, werden unsere Ängste weniger. Wir werden mit der Zeit mutiger und weniger schnell nervös. Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie konnten Wissenschaftler (Hölzel und Kollegen, 2010) nachweisen, dass bei Menschen, die einen achtwöchigen Meditationskurs besuchten und das Meditieren täglich übten, die Nervenzelldichte im rechten Mandelkern des Gehirns abnahm. Im rechten Mandelkern werden die Reize verarbeitet, die Angst auslösen. Weil Meditierende mit weniger Angst reagieren, braucht dieser Mandelkern nicht mehr so viele Zellen und schrumpft.

 “Die Freude, die wir von irgendeiner irdischen Schöpfung erhalten, dauert nur eine kurze Zeit an, da der Erschaffende und das Erschaffene begrenzt sind. Aber durch Meditation treten wir in die Grenzenlosigkeit ein. Wenn wir dann Freude erhalten, ist sie wirklich spontan und dauerhaft. Wenn ein spiritueller Meister sagt, dass er inneren Frieden, innere Freude, innere Glückseligkeit besitzt, dann hat er diese dauernd. Sie fließen ständig von innen, weil er in die Quelle hineingewachsen ist. Diese Freude ist unendlich viel größer und erfüllender als die flüchtige Freude, die ein gewöhnlicher Mensch erfahren kann.”Sri Chinmoy

Meditierende können bessere Entscheidungen treffen

Durch Meditation kommen wir in Kontakt mit unserer inneren Stimme. Wenn wir in unklaren oder schwierigen Situationen eine Entscheidung treffen müssen, können wir uns am Ende einer Meditation fragen: Ist es besser dies zu tun? Oder ist es besser jenes zu tun? Die richtige Antwort ist mit einem ruhigen und klaren Gefühl verbunden, einem Gefühl des Friedens und der Erleichterung. Es werden keine widersprüchlichen Gedanken mehr kommen. Wenn wir uns am nächsten Tag noch einmal nach dem Meditieren nach der Antwort fragen, werden wir dieselbe Antwort erhalten.

Meditation fördert unsere Gesundheit

Wer krank ist oder Schmerzen hat, sollte natürlich zum Arzt gehen, sich gründlich untersuchen lassen und sich dann mit der Erfolg versprechendsten Methode, ob naturheilkundlich oder schulmedizinisch, behandeln lassen. Gleichzeitig Meditation zu üben, wird zu einer Linderung oder Heilung oder zumindest zu einer Verminderung von Depressionen, Schmerzen und Ängsten beitragen. Zudem wird die Immunabwehr durch Meditation gestärkt.

Bei schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie und Psychosen kann Meditation jedoch zur Verschlechterung des Zustands führen. Das zeigt die Zusammenfassung der Ergebnisse zahlreicher gut kontrollierter wissenschaftlicher Studien. Müller und Ziehen von der Universität Marburg nahmen im Jahr 2009 eine solche Zusammenfassung, genannt Meta-Analyse vor. Später kamen weitere hinzu, die dies bestätigen.
Besonders gut wirkt Meditation, um Krankheiten vorzubeugen, ergab die Auswertung der Wissenschaftler.

Das höchste Ziel der Meditation: Erleuchtung

Meditation ist eine Jahrtausende alte geistige Technik. Das höchste Ziel, das mit regelmäßiger Meditation erreicht werden kann, ist Erleuchtung. Wenn Du Erleuchtung erlangst, wirst Du erkennen, dass Du Teil eines unendlichen und ewigen Bewusstseins voller Licht, Frieden, Glückseligkeit, Liebe und Kraft bist. Dieses Bewusstsein nannte Buddha Licht, in der christlichen Religion wird es Gott genannt und in Indien Brahman. Wenn Du erleuchtet bist, wird der Frieden, die Freude und das innere Licht, das Du besitzt, nie mehr versiegen, denn Du bist mit der Quelle – dem Schöpfer – eins geworden. Alles fließt ständig nach. Erleuchtung wird in Asien auch als Selbst- oder Gottverwirklichung bezeichnet. Erleuchtete Menschen sahen in ihrer Meditation, dass die Seele mindestens solange immer wieder einen neuen Körper annimmt und auf der Erde wiedergeboren wird, bis sie das Ziel der menschlichen Entwicklung erreicht hat: Erleuchtung.

Was passiert beim Meditieren?

Alle Meditationstechniken zielen darauf ab, die Gedankenflut einzudämmen und Stille im Verstand zu schaffen sowie unser Herz von negativen Gefühlen zu befreien. Wenn die Gedanken und negativen Gefühle deutlich weniger werden oder völlig verebben, wird unser Wesen zu einem leeren Gefäß. Wenn unser Gefäß leer ist, rufen wir mit unserem inneren Wesen den Frieden, die Freude, Liebe, Kraft und das innere Licht des Schöpfers an, in uns einzutreten und das Gefäß zu füllen. Auf diese Weise kommt es zu den positiven Gefühlen nach einer Meditation. Man könnte eine Meditation auch mit dem Aufladen von Akkus vergleichen. Während der Meditation nehmen wir positives Bewusstsein auf und speichern es in unseren inneren Akkus, so dass wir es anschließend zur Verfügung haben. Dass wir durch Meditation positives Bewusstsein aufnehmen, zeigt sich sogar in der elektrischen Aktivität der Gehirnzellen.

Mit Hilfe der Elektroenzephalographie (EEG) können die elektrischen Impulse der Nerven im Gehirn abgebildet werden. Wissenschaftler fanden heraus, dass eine positive Gefühlslage die linke Gehirnhälfte aktiviert und dies im EEG sichtbar ist. In einer bedeutsamen Studie zeigte sich, dass Mitarbeiter einer Biotechnologie-Firma nach einem achtwöchigen Meditationskurs über mehr positive und weniger negative Gefühle berichteten. Bei diesen Mitarbeitern wurde eine verstärkte EEG-Aktivität in der linken Gehirnhälfte gemessen. Bei den Mitarbeitern, bei denen die linksseitige Gehirnaktivität im EEG am stärksten zunahm, verbesserte sich auch die Abwehrkraft des Immunsystems am meisten. Dies war der wissenschaftliche Beweis dafür, dass unsere Immunabwehr von Meditation profitiert. Bei Menschen, denen Meditation Freude schenkt und die ihren Stress dadurch abbauen, lassen sich mehr Abwehrzellen im Körper nachweisen.

Wann und wie lange meditieren?

Die beste Zeit zum Meditieren

Die beste Zeit zum Meditieren ist früh am Morgen. Nach sieben Uhr wird es schwieriger. Um sechs Uhr oder noch früher ist ideal. Die Unruhe und der Lärm des Alltags hat dann noch nicht begonnen. Die Umgebung ist ruhig und still und diese Atmosphäre wird Deine Meditation unterstützen. Zudem startest Du, wenn Du am Morgen meditierst, den Tag mit vollem Tank. Der innere Friede und die Freude, die Du in der Meditation in den frühen Morgenstunden erhältst, stehen Dir tagsüber zur Verfügung.

Die zweitbeste Zeit für eine Meditation ist der Abend. Du bist dann müde, aber die Atmosphäre ist friedvoll. Eine Meditation gleich nachdem Du von der Arbeit nach Hause kommst, wird Dir neue Energie schenken und die Müdigkeit sowie die rastlosen und sorgenvollen Gedanken des Tages beseitigen. Wenn Du noch einmal vor dem Schlafengehen ein paar Minuten meditierst, wirst Du besser schlafen und schönere Träume haben.

Vor oder nach dem Essen?

Nach einer großen Mahlzeit zu meditieren funktioniert nicht gut, da Deine Energie dann fürs Verdauen abgezogen wird und dadurch die spirituelle Aufnahmefähigkeit herabgesetzt wird. Warte rund eineinhalb bis zweieinhalb Stunden bevor Du Dich nach einer großen Mahlzeit zur Meditation hinsetzt. Dein Magen sollte dafür fast leer sein. Wenn Dich der Hunger quält, wird Dir das Meditieren ebenfalls schwerfallen. Ein Glas Fruchtsaft, etwas Leichtes wie Obst, das den gröbsten Hunger stillt, kann hier Abhilfe schaffen.

Wie lange meditieren?

Das hängt ganz von Dir ab. Am Anfang Deiner Meditationspraxis genügen meist rund zehn Minuten. Sobald Deine Freude beim Versuch zu meditieren verloren geht, Deine Gedanken nicht mehr weniger werden, oder gar Spannungen oder Schmerzen im Kopf auftreten, ist es Zeit, Deine Meditation zu beenden.

Das Meditieren ist wie das Trainieren eines Muskels. Am Anfang geht Dir nach 10 Minuten die Kraft aus. Später kannst Du den Muskel 30 Minuten lang belasten. Wenn Du zuviel trainierst, hast Du am nächsten Tag Muskelkater und kannst nicht gut trainieren. Das gleiche gilt fürs Meditieren. Meditierst Du an einem Tag zu lang, kannst Du am nächsten Tag nicht gut meditieren. Verlängere Deine Meditationszeit deshalb nach 3 bis 4 Tagen jeweils nur um ein bis zwei Minuten. Wenn Du als Anfänger langsam, stetig und unaufhaltsam vorwärts gehst, werden sich mit der Zeit immer erfüllendere Meditationserfahrungen einstellen.

Wie oft meditieren?

Willst Du jeden Tag innere Ruhe und Freude erfahren und mit der Zeit mehr, ist es notwendig jeden Tag zu meditieren. Meditierst Du einen Tag lang nicht, baut sich Dein innerer Muskel – Deine Fähigkeit zu meditieren – wieder etwas ab. Wenn Du regelmäßig und gleichzeitig pünktlich jeden Morgen oder Abend meditierst, wird sich Deine Fähigkeit zu meditieren mit der Zeit garantiert verbessern. Durch regelmäßige Meditation zu einem bestimmten Zeitpunkt, zeigst Du Gott, dass innerer Friede und Erleuchtung an erster Stelle in Deinem Leben kommen. Zu dieser Stunde wird Gott Dir seinen Frieden, seine Freude, sein Licht und seine Kraft anbieten.

Wem die Früchte der Meditation wichtig sind und wer schnell etwas durch Meditation erreichen will, dem ist zu empfehlen, dreimal am Tag zu meditieren – morgens, wenn möglich mittags und abends. Die Meditation am Morgen und Abend sollte länger ausfallen, mit der Zeit 20 Minuten oder mehr. Mittags genügen 5 bis 10 Minuten. Eine Meditation am Tag sollte immer genau zum selben Zeitpunkt geschehen. Am leichtesten ist es, die Morgenmeditation immer pünktlich zu beginnen. Früh am Morgen will noch niemand etwas von Dir.

Meinen Meditationsplatz einrichten

Das Meditieren benötigt einen Platz. Suche Dir in Deinem Zimmer oder in einem ruhigen Zimmer eine Ecke, die Dir zusagt, wo Du nur meditierst und nichts anderes tust. Ein inspirierender, reiner Platz, an dem Du Dich wohlfühlst, wird eine meditative Atmosphäre schaffen und Dir helfen, leichter nach innen zu tauchen. Du kannst vor Dich ein Tischchen stellen und es mit einem schönen, hellen Tuch bedecken. Eine Kerze in einem Kerzenständer und eine Vase mit mindestens einer frischen Blume in Deiner Augenhöhe auf dem Tischchen können Deine Inspiration zu meditieren verstärken, eine schöne Atmosphäre schaffen und auch als Konzentrationsobjekt dienen.

Räucherstäbchen, deren Geruch Du magst, helfen ebenfalls dabei, eine erhebende Atmosphäre zu schaffen, die Dich beim Meditieren unterstützt. Eine Duftlampe und ein Duftöl oder die Verwendung von Räucherharzen und Räucherwerk, die Du auf einer Räucherkohle oder einem Stövchen erhitzt, erfüllen denselben Zweck. Besorge Dir am besten eine Lampe, die Dein Meditationstischchen beleuchtet. Wenn Du einen spirituellen Meister sehr schätzt, kannst Du ein Bild oder eine Statue von ihm auf Dein Tischchen stellen.

Die richtige Körperhaltung

Sitzhaltung

Setze Dich zum Meditieren entweder mit gekreuzten Beinen im Schneidersitz auf ein hohes oder mehrere Kissen rund einen Meter vor das Tischchen entfernt oder benutze ein Meditationsbänkchen zum Sitzen. Ein Meditationskissen oder ein Meditationsbänkchen schafft eine Schräge, die es Dir ermöglicht beim Meditieren entspannt mit gerader und aufrechter Wirbelsäule und geradem Nacken zu sitzen, was für das richtige Atmen beim Meditieren notwendig ist. Wenn diese Sitzweise Dir nicht gut tut, kannst Du genauso gut mit einem geraden und aufrechten Rücken auf einem Stuhl meditieren. Ein Keilkissen, das Du auf den Stuhl legst, erleichtert Dir das aufrechte Sitzen. Lehne Dich nicht am Stuhl an, nur wenn Du dies unbedingt wegen Rückenschmerzen tun musst. Bei Rückenschmerzen geben Dir ein oder zwei Kissen, die Du zwischen Deinen Rücken und die Lehne klemmst, die notwendige Stütze, um aufrecht zu sitzen.

Besser mit offenen oder geschlossen Augen meditieren?

Es ist am besten, wenn Du die Augen während der Meditation ein Stück weit offen hältst – halb geschlossen und halb offen. Die Vorteile dieser Meditationsweise, die man Löwenmeditation nennt, liegen darin, dass Du beim Meditieren nicht einschläfst und von Anfang an lernst, trotz äußeren Ablenkungen und Geräuschen, Deine Gelassenheit und Deinen inneren Frieden aufrechtzuerhalten. Das brauchst Du im Alltag.

Wenn Du auch mit geschlossenen Augen ganz wach bleibst, kannst Du auch mit geschlossenen Augen meditieren. Den meisten Menschen ist dies erfahrungsgemäß jedoch nicht möglich, obwohl viele gerne anfangs ihre Augen schließen, um den Störungen der äußeren Welt so weit wie möglich zu entgehen. Wenn Du die Augen ganz offen hältst, überanstrengst Du die Augen leicht und es entstehen Druck und Spannungen im Körper.

Lotusitz wenn möglich?

Der Lotussitz oder der halbe Lotussitz bringen den Körper wie die oben beschriebenen Sitzweisen in eine Haltung, in der die Wirbelsäule aufrecht und entspannt ist. Für viele ist der Lotussitz jedoch unbequem und schmerzhaft. Welche Sitzweise Du auch immer auswählst, sie sollte keine Schmerzen oder Verspannungen erzeugen. Nur wenn Du so weit wie möglich schmerzfrei und entspannt bist, kannst Du Deine volle Aufmerksamkeit der Meditation schenken.

Meditation im Liegen?

Keinesfalls sinnvoll ist es, im Liegen zu meditieren. Nur ganz weit Fortgeschrittene können dies. Wer beim Meditieren liegt, schläft leicht ein, schweift mit den Gedanken ab oder döst vor sich hin. Zudem kannst Du im Liegen den Atem nicht so gut kontrollieren. Die Kontrolle des Atems ist für die Meditation entscheidend.

Wohin die Hände während der Meditation?

Du kannst Deine Hände zum Beispiel auf Deine Oberschenkel legen oder auf den Knien mit den Handflächen nach unten oder oben zeigend ruhen lassen. Das Wichtigste ist, dass sie entspannt bleiben. Wenn Du Deine Hände seelenvoll auf Herzenshöhe falten kannst, indem Du Deine Hände flach nebeneinander legst, wird es Dich darin unterstützen besser zu meditieren. Wenn Du mit so gefalteten Händen meditierst, wird Deine Aufmerksamkeit, Deine Konzentration und alles in Dir zielgerichtet. Doch überanstrenge Dich nicht und lege die Hände wieder auf die Oberschenkel, wenn Du Dich verspannst oder Schmerzen bekommst.

Es gibt eine ganze Menge von Handstellungen, Mudras genannt, die dem Verstand des Anfängers helfen können. Entscheidend ist jedoch immer die innere Haltung, dass Du Dich zielgerichtet mit Hingabe auf Dein Übungsziel konzentrierst. Probiere einfach aus, welche Position der Hände Dir hilft und gut tut.

Vorbereitung auf die Meditation

Vielleicht hast Du schon einmal bewusst wahrgenommen, wie viel besser Du Dich fühlst, wenn Du Dich nach der Arbeit duschst. Wenn wir vor dem Meditieren duschen oder ein Bad nehmen oder zumindest unser Gesicht und unsere Füße waschen, werden wir eine bessere Meditation haben. Die Reinheit unseres Körpers ist eine große Hilfe für die Reinigung unseres Bewusstseins.  Es ist auch gut, saubere und helle Kleidung zu tragen. Weiße Kleidung ist besonders gut, weil die Farbe weiß in der spirituellen Welt Reinheit darstellt. All dies unterstützt die Entfaltung eines höheren Bewusstseins in uns.

Es ist keine gute Idee ständig eine Uhr vor Dir zu haben, weil das die Aufmerksamkeit nach außen anstatt nach innen lenkt. Falls Du pünktlich mit dem Meditieren aufhören musst, stelle Dir am besten einen Wecker, den Du nicht siehst. Sein Smartphone oder Handy auszuschalten, ist ebenfalls weise, weil Du anfangs sehr leicht aus der Meditation herausgerissen werden kannst. Eine erfüllende innere Erfahrung kann durch einen Anruf plötzlich unverhofft beendet werden.

Ruhige Atmung: ruhiger Verstand

Du sitzt jetzt an Deinem Meditationsplatz. Was nun? Langsames, ruhiges Atmen und Konzentration sind die beiden Schritte, die uns den Weg für die Meditation bereiten. Der entscheidende Schritt am Anfang ist, so ruhig wie möglich zu atmen. Denn dann werden auch unsere Gedanken weniger und unser Verstand ruhiger. Alle weiteren Übungen beginnst Du immer damit, dass Du so langsam wie möglich atmest. Dann kannst Du Dich besser konzentrieren und besser meditieren.

Wie funktioniert das ruhige meditative Atmen nun genau? Lassen wir einfach Sri Chinmoy, Dir das erklären. Mit den Worten “den Atem reinigen”, verbindet er die Reinigung unseres Wesens von störenden Gedanken und Gefühlen.

Sri Chinmoy: “Wenn Du ein Anfänger bist und richtig atmen willst, solltest Du mit aufrechter Wirbelsäule dasitzen. Nun das Erste, an das Du denken solltest, wenn Du atmest, ist Reinheit. Etwas anderes kann noch getan werden, um das Gefühl der Reinheit beim Atmen weiter zu entwickeln. Versuche Dir ein paar Minuten lang eine Blume oder eine Kerzenflamme oder ein Räucherstäbchen vorzustellen – etwas das Reinheit repräsentiert – direkt vor Deiner Nase. Das wird Dir automatisch ein Gefühl der Reinheit schenken und Deinen physischen Verstand überzeugen. Wenn Du beim Einatmen bewusst oder unbewusst fühlen kannst, dass der Atem direkt von Gott, von der Reinheit selbst kommt, dann kann der Atem gereinigt werden.

Wenn Du einatmest, versuche, so langsam und so ruhig wie möglich zu atmen, so dass, falls jemand einen dünnen Faden vor Deiner Nase platziert hätte, dieser sich überhaupt nicht bewegen würde. Und wenn Du ausatmest, versuche, noch langsamer auszuatmen, als Du eingeatmet hast. Lass, wenn möglich, eine kurze Pause zwischen dem Ende der Ausatmung und dem Beginn der Einatmung. Halte nach Möglichkeit den Atem ein paar Sekunden lang an. Unterlasse es aber, wenn es schwierig ist. Tue niemals etwas, das Deinen Organen oder Deinem Atemsystem schadet.”

Der erste Schritt auf Deinem Meditationsplatz ist jetzt also, dass Du 3-4 Minuten lang so langsam wie möglich wie oben beschrieben atmest. Wichtig dabei ist, dass Du Deine ganze Aufmerksamkeit auf das Fühlen des Atmens lenkst und tief aus dem Bauch heraus – vom Nabel her – atmest. Hast Du wahrgenommen wie Deine Gedanken durch das langsame Atmen weniger und Du selbst ruhiger wirst? Das ist der Einstieg für den nächsten Schritt: Konzentration.

Falls Deine Bauchatmung nicht von selbst entspannt und tief ist – sprich sich Dein Bauch von selbst bei jedem Atemzug wölbt und senkt – ist es gut für Dich, ein paar Wochen lang bestimmte Yogaübungen zu machen, um die Verspannungen in der Atemmuskulatur zu lösen. Nur so wirst Du länger und ruhig sitzen können. Wenn Deine Atmung von Verspannungen befreit ist, wirst Du weitaus besser in die Meditation eintauchen können.

Konzentration – Wegbereiter für die Meditation

Wir können nicht gut meditieren, wenn wir nicht zuvor gelernt haben, uns zu konzentrieren. Tausende von Gedanken, Ängste und Sorgen werden in uns eindringen, solange wir nicht die Kraft der Konzentration entwickelt haben. Übe also bevor Du mit Meditation beginnst, zwei oder mehr Wochen lang nur Konzentration. Und wenn Du das Meditieren gelernt hast, ist es ratsam, viele Monate oder Jahre lang vor jeder Meditation einige Minuten lang eine Konzentrationsübung durchzuführen – solange bis Du die Kraft besitzt, sofort in die Meditation einzutauchen.

Wähle für die Konzentrationsübung ein Konzentrationsobjekt aus, das Dir sofort Freude schenkt und eine spirituelle Bedeutung hat, etwas das schön, rein und göttlich ist. Wenn Du etwas gerne anschaust, bleibt Dein Blick automatisch daran haften. Die Konzentration auf dieses Objekt geschieht spontan und es wird Dir leichter fallen, sich länger darauf zu konzentrieren. Als Konzentrationsobjekt kannst Du zum Beispiel eine Blume auswählen, die Dir gefällt, eine Kerzenflamme, das Bild eines spirituellen Meisters oder Deinen eigenen Herzschlag. Die Kraft der Konzentration kann nur schnell entwickelt werden, wenn wir uns auf etwas sehr Kleines konzentrieren. Es ist also besser, sich nur auf einen Teil eines Blütenblatts, die Spitze der Kerzenflamme oder das Dritte Auge zwischen den Augenbrauen auf dem Foto eines spirituellen Meisters zu konzentrieren.

Wir können uns nur wirkungsvoll konzentrieren, wenn wir fühlen, dass die Kraft unserer Konzentration dem Herzzentrum entspringt, das in der Mitte der Brust liegt – dort, wo wir Freude und Liebe empfinden – und dann zum Dritten Auge aufsteigt, das sich zwischen den Augenbrauen und etwas oberhalb davon befindet. Von dort richtet sich unsere Konzentrationskraft dann auf unser Konzentrationsobjekt. Kommt Deine Konzentrationskraft vom Verstand, wirst Du Dich erfahrungsgemäß nicht lange konzentrieren können und vielleicht sogar Kopfschmerzen bekommen.

Konzentrationsübung

Atmung während der Konzentrationsübung: Setze Dich nun aufrecht und entspannt an Deinen Meditationsplatz, konzentriere Dich auf Deinen Atem und verlangsame Deine Atmung. Atme so ruhig aus und ein, dass sich ein dünner Faden vor Deiner Nase nicht bewegen würde, und mache nach dem Ausatmen eine kleine Pause von ein paar Sekunden bevor Du einatmest. Nach 3 – 4 Minuten, wenn Deine Gedanken weniger geworden sind, beginnst Du mit Deiner Konzentrationsübung.

Konzentrationsübung: Richte Deine ganze Aufmerksamkeit auf das von Dir gewählte Konzentrationsobjekt. Fühle, dass Deine

Konzentrationskraft Deinem spirituellen Herzen entspringt, das sich in der Mitte der Brust befindet, und zu Deinem Dritten Auge aufsteigt, das in der Mitte zwischen den Augenbrauen und ein wenig darüber liegt. Vom Dritten Augen aus dringt Deine Konzentrationskraft in das Blütenblatt oder ein anderes Lieblingsobjekt von Dir ein und identifzierst sich damit. Du wirst mit dem Bewusstsein Deines Konzentrationsobjekts eins.

Während Du Dich konzentrierst solltest Du fühlen, dass nichts anderes auf der Welt existiert als das Objekt, auf das Du Dich gerade konzentrierst. Vergiss, was über Dir, neben Dir oder unter Dir ist. Richte Deine ganze Aufmerksamkeit nur auf das eine Objekt. Sobald Dein Blick abschweift, betrittst Du fremdes Gebiet. Wenn Du zu denken beginnst, weichst Du ebenfalls von Deinem Ziel ab. Wenn wir uns konzentrieren erlauben wir keinem Gedanken in unseren Verstand einzutreten, ob gut oder schlecht. Konzentriere Dich auf Diese Weise für 5 Minuten. So wirst Du die Kraft der Konzentration entwickeln können.

Konzentration ist etwas sehr Intensives. Du dringst wie eine Kugel in etwas ein und ziehst den Konzentrationsgegenstand wie einen Magneten zu Dir heran. Es ist ganz natürlich, dass während einer Konzentrationsübung immer wieder Gedanken auftauchen. Schenke ihnen einfach keine Beachtung und wende Dich sofort wieder dem Objekt Deiner Konzentration zu. Sobald keine Gedanken mehr kommen und Du Dich nur an Deinem Konzentrationsobjekt erfreust, ist Deine Konzentration vollkommen.

Nach einer Übung – den inneren Frieden erhalten

Nach einer spirituellen Übung – einer Atem-, Konzentrations-, oder Meditationsübung – ist es erforderlich, dass Du nicht sofort isst, sprichst oder zu arbeiten beginnst. Das, was wir während der Übung erhalten haben, müssen wir meist zuerst aufnehmen und speichern, ansonsten kann alle innere Ruhe und Freude wieder verloren gehen. Am besten ist es deshalb, anschließend für 10 bis 15 Minuten spirituelle Bücher zu lesen, Meditationsmusik zu hören oder spirituelle Lieder zu singen. Es ist empfehlenswert, Bücher zu lesen, die von spirituellen Meistern geschrieben wurden – Menschen, die die Erleuchtung erlangt haben. Nur die Worte derjenigen, die das Ziel der Meditation erreicht haben, können Dich wirklich inspirieren oder sogar Deine Meditationserfahrung ausdehnen. Wenn Du das Buch eines echten Meisters liest, tauchst Du in sein Bewusstsein ein. Gemäß Deiner Empfänglichkeit kannst Du so

etwas von dem inneren Frieden, der universellen Liebe oder einer anderen spirituellen Qualität des Meisters, die im Bewusstsein zwischen den Zeilen ist, fühlen und aufnehmen. Aus demselben Grund ist es ratsam spirituelle Lieder zu singen, die von Meditationsmeistern komponiert wurden. Du kannst auch nach einer spirituellen Übung ganz langsam gehen und einen kurzen Spaziergang machen. Das ist jedoch nur am frühen Morgen oder am Abend sinnvoll, wenn draußen eine friedvolle Atmosphäre zu spüren ist. Mit der Zeit kannst Du die Aufnahmephase, die auch Assimilation genannt wird, auf eine halbe Stunde ausdehnen. Das wäre ideal. Es ist empfehlenswert, eine volle Mahlzeit frühestens 15 oder 30 Minuten nach der Übung zu Dir nehmen. Ansonsten wird die innere Ruhe und Freude, die nach der Übung noch in Dein Wesen fließt, ebenfalls verloren gehen. Du kannst aber ein wenig trinken, wenn Du durstig bist.

Meditation

Wenn wir eine Weile geübt haben und während unserer Konzentrationsübung kaum oder keine Gedanken mehr in unserem Kopf umher wandern, ist es Zeit mit Meditationsübungen zu beginnen. Die Meditationstechniken aller spirituellen Wege zielen darauf ab, dass unsere Gedankenflut und die uns störenden Gefühle und Wünsche verebben und wir Zugang zu unserem höheren Selbst finden. Gelingt Dir dies, wirst Du in etwas Weites eintauchen und Frieden, universelle Liebe, Freude oder inneres Licht wahrnehmen. Eine Möglichkeit zu meditieren ist, unsere gesamte Aufmerksamkeit auf ein lebendiges Bild zu richten und es in uns zu sehen. Dies wird als Visualisationsübung bezeichnet. Im Folgenden findest Du Visualisationsübungen von Sri Chinmoy.

Meditationsübung: Weite des Himmel

Sri Chinmoy: “Nun werden wir meditieren. Halte bitte Deine Augen halb offen und stelle Dir den weiten Himmel vor. Versuche entweder den weiten Himmel unmittelbar vor Dir zu sehen oder zu fühlen. Versuche am Anfang zu fühlen, dass der Himmel vor Dir ist; versuche später dann bitte zu fühlen, dass Du so weit wie der Himmel bist oder dass Du selbst zum Himmel wirst. Schließe nun Deine Augen und versuche, den Himmel in Deinem Herzen zu sehen und zu fühlen. Das heißt, fühle bitte, dass Du nun das Universelle Herz bist, was Du in Wirklichkeit bist. Du bist nun das Universelle Herz, und in Dir ist der Himmel, auf den Du meditiert hast und mit dem Du Dich selbst identifiziert hast. Dein Herz ist unendlich, unendlich weiter als der Himmel, daher kannst Du leicht den Himmel in Dir selbst haben.”

Meditationsübung: Meer der Stille

Sri Chinmoy: “Was wir beim Meditieren tatsächlich tun, ist, dass wir in einen leeren, ruhigen, friedlichen und stillen Verstand eintreten. Wir gehen tief nach innen und nähern uns unserer wahren Existenz, die unsere Seele ist. Wenn wir in der Seele leben, fühlen wir, dass wir zu diesem Zeitpunkt spontan meditieren. Auf der Oberfläche des Meeres sind viele Wellen, doch das Meer darunter wird davon nicht berührt. In den tiefsten Tiefen, auf dem Grund des Meeres, ist alles Stille. Deshalb versuche zuerst Deine eigene innere Existenz zu fühlen, wenn Du zu meditieren beginnst. Das heißt den Grund des Meeres, ruhig und still. Fühle, dass Dein ganzes Wesen voller Frieden und Ruhe ist.

Lass dann die Wellen der äußeren Welt kommen. Furcht, Zweifel, Sorgen – der irdische Aufruhr – werden alle weggewaschen sein, denn in uns ist solider Friede. Wenn Du in Deiner höchsten Meditation bist, kannst Du Dich vor nichts fürchten. Dein Verstand ist reiner Friede, reine Stille, reines Einssein. Wenn Gedanken oder Ideen hereinkommen wollen, kontrollierst Du sie mit Deinem inneren Frieden, denn sie werden Dich nicht in Mitleidenschaft ziehen. Sie springen und schwimmen wie Fische im Meer, aber hinterlassen keine Spuren im Wasser. Wie Vögel, die im Himmel fliegen, hinterlassen sie keine Spuren. So fühlst Du, wenn Du meditierst, dass Du das Meer bist und die Tiere im Meer Dich nicht stören. Fühle, dass Du der Himmel bist und all die vorbeifliegenden Vögel Dich nicht stören. Fühle, dass Dein Verstand der Himmel ist und Dein Herz der unendliche Ozean ist. Das ist Meditation.”

Wie findest Du die richtige Meditationsweise für Dich?

Wir sind jetzt an einem ganz entscheidenden Punkt. Hat Dir eine der Übungen Freude geschenkt und fühlst Du Dich danach besser? Oder hast Du gar nichts gespürt – vielleicht sogar geistige Verspannung oder Unruhe? Jeder Mensch hat eine Meditationsweise, die ihm wirklich gut tut, und die gilt es heraus zu finden. Es gibt viele Menschen, deren Meditation nicht gelingt, weil sie die falsche Meditationsweise gewählt haben. Dann geben sie es bald wieder auf, Meditation zu üben.

Eine Möglichkeit, die richtige Meditationsweise für sich zu finden, ist, ein paar Bücher mit Meditationstechniken von verschiedenen echten spirituellen Wegen zu lesen, und diejenigen Meditationsübungen auszuprobieren, die Dich beim Lesen ansprechen. Du kannst jeden Tag eine Woche lang eine unterschiedliche Meditationstechnik praktizieren, wenn Du sieben Meditationsübungen zum Testen ausgewählt hast. Am Ende der Woche weißt Du dann, welche Übung Dir am meisten Erfüllung geschenkt hat. Vielleicht ist aber noch nicht die richtige dabei, und Du musst weitere ausprobieren.

Wenn Du eine Idee davon bekommen hast, wie Meditation funktioniert, kannst Dir auch selbst Meditationen ausdenken, die Dich inspirieren, und je eine pro Tag üben, um zu sehen, welche Dir am meisten Freude schenkt. Die Meditationsübung, die Dir am meisten Erfüllung schenkt, ist diejenige, bei der Du bleiben und sie täglich üben solltest. Denn diese Übung wird Dir zunehmend mehr inneren Frieden und Lebensfreude schenken.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, zu Gott zu beten, dass Er Dir die Meditationsübung von innen her enthüllt, die für Dich bestimmt ist. In einem Traum oder einem stillen Augenblick kann Gott Dich fühlen und erkennen lassen, wie die passende Meditationsübung für Dich aufgebaut ist.

Die dritte Möglichkeit, die Meditationweise, die Deiner Seele am besten entspricht, herauszufinden, ist, Schüler eines echten spirituellen Lehrers, eines spirituellen Meisters zu werden. Das ist der sicherste Weg. Ein echter spiritueller Meister ist mit Gottes Bewusstsein eins geworden und hat die Fähigkeit, Dir die beste Meditation für Deine Seele zu zeigen. Er kann dies innerlich tun, indem seine Seele Deiner Seele mitteilt, wie sie meditieren soll. Das kann auch ein bereits verstorbener Meister tun, der Dir tiefe Freude schenkt, wenn Du seine Bücher liest oder Du ein Bild von diesem spirituellen Meister betrachtest. Ist der Meister, der für Dich bestimmt ist, am Leben, kann er Dir die richtige Meditationsweise für Dich auch persönlich mitteilen.

Die Erfahrung zeigt, dass Du am leichtesten das Meditieren lernst, wenn Du einen Meditationskurs besuchst. Der Kursleiter und die Gruppe schenken Dir Inspiration. Der Kursleiter kann zudem direkt auf Deine Fragen und Probleme eingehen und Dir wertvolle persönliche Tipps geben. In einer Gruppe meditieren die Meisten besser, denn wenn der Kursleiter oder einige Kursteilnehmer eine gute Meditation haben, dringt deren Frieden oder Freude und deren Kraft der Meditation auch in Dich ein.

Meditationskurse, hinter denen ein echter spiritueller Lehrer steht, werden in der Regel kostenlos, auf Spendenbasis oder gegen geringes Entgelt angeboten. Echte spirituelle Lehrer geben ihr Wissen und ihre Unterstützung aus Liebe weiter und nicht um sich zu bereichern. Verständlich ist natürlich, wenn bei Wochenendseminaren Unterkunft und Mahlzeiten zu einem angemessenen Preis angeboten werden. Die Sri Chinmoy Zentren bieten kostenlose Meditationskurse und Meditationswochenenden an, bei denen die Teilnehmer sich selbst um Unterkunft und Mahlzeiten kümmern.

“Jene Meditation, von der Du unmittelbare oder ständige Freude erhältst, ist die beste Meditation für Dich. Jeder Mensch wird nicht die gleiche Meditation haben. Deine Meditation wird mir nicht zusagen, meine Meditation wird Dir nicht zusagen. Dir schmeckt ein bestimmtes Essen, mir schmeckt es nicht. Du hast auf Deine Art und Weise Recht. Ich habe auf meine Art und Weise Recht.”Sri Chinmoy

Den Gedankenfluss stoppen

Angenommen Du hast eine Meditationsübung gefunden, die Dir wirklich Freude und inneren Frieden schenkt. Du praktizierst diese Meditationsübung jeden Tag. Und was wirst Du bemerken? An manchen Tagen funktioniert sie gut, und manchen Tagen klappt das Meditieren kaum, weil Dein Verstand rotiert. Ständig kreisen Deine Gedanken um irgendein Thema, doch Gedankenstille mag sich nicht einstellen. Die Wurzel allen Fortschritts auf dem Weg der Meditation ist, dass wir unseren Verstand für 10 oder 15 Minuten still machen können. Was können wir also tun, um all unsere Gedanken für die Zeit der Meditation los zu werden und wirkliche Stille im Verstand zu schaffen? Oder wie können wir zumindest den Gedankenfluss deutlich zu verlangsamen? Auch wenn weniger Gedanken im Verstand sind oder vorwiegend positive, ist dies schon ein Gewinn. Mit der Zeit werden es immer weniger werden.

Sri Chinmoy hat einige wertvolle Tipps parat, um dies zu erreichen. Er unterscheidet zwischen Gedanken, die von außen kommen und die von innen kommen, umd empfiehlt mit der Abwehr der Gedanken, die von außen eindringen wollen, zu beginnen. Dies sei einfacher. Eine Unterscheidung dieser beiden Gedankenarten, wird uns mit der Zeit gelingen. Wenn Du gerade erst mit dem Meditieren begonnen hast, ist dies nicht so einfach. Probiere einfach aus, welche geistige Technik für Dich funktioniert, um für eine gewisse Zeit Stille in Deinem Verstand zu schaffen.

Errichte ein Schutzschild vor Deiner Stirn

Du solltest fühlen, dass Du direkt vor Dir ein Schild hast, hier direkt vor Deiner Stirn. Es ist ein Schutz. Statt es als Teil deines Körpers, als Gliedmaß oder als Organ zu betrachten, solltest Du fühlen, dass direkt auf Deiner Stirn ein Überzug, ein Schutz angebracht ist. Versuche zu fühlen, dass Du Dich hier, in Deinem Verstand, ständig auf dem Beobachtungsposten befindest, um zu sehen, ob ein Angriff kommt, ob ein Gedanke versucht, anzugreifen. Versuche gleichzeitig zu fühlen, dass hier, am gleichen Ort, Dein Schutz und Schild angebracht ist. Wenn ein Gedanke kommt, um Dich anzugreifen, wird das Schild den Gedanken kontrollieren. Wenn wir aber fühlen, dass unsere Stirn etwas Weiches, Zartes, sehr Empfindliches ist, das allem ausgesetzt ist, dann werden wir sofort zum Opfer all dieser unerwünschten und falschen Gedanken. Falsche Gedanken können niemals hereinkommen, wenn wir bewusst das Gefühl erzeugen, das diese Stirn ein Schild ist, eine solide Wand.

Zerteile die Gedanken in Stücke

Angenommen, ein Gedanke, eine Schwingung oder irgend etwas anderes kommt. Schieße sofort einen Pfeil ab und zerteile den Gedanken in Stücke. Eine Idee, der Name einer Person oder irgendein Gedanke taucht auf. Wirf diese sofort hinaus. Sie dürfen nicht herankommen und in deinen Verstand eindringen. Bevor sie den Verstand berühren, solltest Du sie in Stücke zerteilen.

Inmitten des Ozeans

Sind jedoch bereits Gedanken und Vorstellungen in Dir, in Deinem Körper, in Deinem Verstand, solltest du auf folgende Weise meditieren: Sei so entspannt wie möglich. Fühle Dich so, als ob du dich inmitten des Ozeans befindest. Absorbiere dann diese Gedanken und Vorstellungen, so dass sie keine getrennte Existenz mehr haben. Sie sind nun im Ozean verloren. Wenn sie bereits in Dir sind, dann wirf sie in den Ozean. Wenn sie von außen kommen, dann lass nicht zu, dass sie in Dich eindringen. Wenn Du das tust, wird Deine Meditation unweigerlich erfolgreich sein.

Gedanken hinausfließen lassen

Wenn Du wahrnimmst, dass ein Gedanke tief von innen her entsteht, und wenn Du erkennst, dass dieser Gedanke nicht göttlich ist, sondern völlig unrein und unerleuchtetet, dann solltest Du sofort versuchen, eines von zwei Sachen zu tun. Versuche zu spüren, dass oben in Deinem Kopf ein Loch ist. Dann lasse diesen Gedanken hinausfließen – wie einen Fluss, der nur in eine Richtung fließt und nicht zurück. Dann ist er weg, und Du bist von ihm befreit. Die andere Methode besteht darin, sich als grenzenloser Ozean zu fühlen, der völlig ruhig ist – ein stilles Gefühl des Friedens – und dass das Schauspiel des Fisches an der Oberfläche stattfindet. Dem Ozean ist das Kräuseln, das der Fisch verursacht, gleichgültig.