Konzentration

Konzentration bereitet den Weg für die Meditation

Konzentration – Wegbereiter für die Meditation

Schritt 2: Wir können nicht gut meditieren, wenn wir nicht zuvor gelernt haben, uns zu konzentrieren. Zahlreiche Gedanken, Ängste und Sorgen werden in uns eindringen, solange wir nicht die Kraft der Konzentration entwickelt haben. Übe also, bevor Du mit Meditation beginnst, am besten zwei oder mehr Wochen lang nur Konzentration. Auch wenn Du das Meditieren gelernt hast, ist es ratsam, viele Monate oder Jahre lang vor jeder Meditation einige Minuten lang eine Konzentrationsübung durchzuführen – solange bis Du die Kraft besitzt, sofort in die Meditation einzutauchen.

Wähle für die Konzentrationsübung ein Konzentrationsobjekt aus, das Dir sofort Freude schenkt und eine spirituelle Bedeutung hat, etwas das schön, rein und göttlich ist. Wenn Du etwas gerne anschaust, bleibt Dein Blick automatisch daran haften. Die Konzentration auf dieses Objekt geschieht spontan und es wird Dir leichter fallen, sich länger darauf zu konzentrieren. Als Konzentrationsobjekt kannst Du zum Beispiel eine Blume auswählen, die Dir gefällt, eine Kerzenflamme, das Bild oder eine Statue eines spirituellen Meisters oder Deinen eigenen Herzschlag. Die Kraft der Konzentration kann nur schnell entwickelt werden, wenn wir uns auf etwas sehr Kleines konzentrieren. Es ist also besser, sich nur auf einen Teil eines Blütenblatts, die Spitze der Kerzenflamme oder das Dritte Auge zwischen den Augenbrauen auf dem Gesicht eines spirituellen Meisters zu konzentrieren.

Wir können uns nur wirkungsvoll konzentrieren, wenn wir fühlen, dass die Kraft unserer Konzentration dem Herzzentrum entspringt, das in der Mitte der Brust liegt – dort, wo wir Freude und Liebe empfinden – und dann zum Dritten Auge aufsteigt, das sich zwischen den Augenbrauen und etwas oberhalb davon befindet. Von dort richtet sich unsere Konzentrationskraft dann auf unser Konzentrationsobjekt. Kommt Deine Konzentrationskraft vom Verstand, wirst Du Dich erfahrungsgemäß nicht lange konzentrieren können und vielleicht sogar Kopfschmerzen bekommen.

Konzentrationsübung

Je ruhiger die Atmung ist, desto besser kannst Du Dich konzentrieren. Setze Dich für die Übung aufrecht und entspannt hin, konzentriere Dich auf Deinen Atem und verlangsame Deine Atmung. Atme so ruhig aus und ein, dass sich ein dünner Faden vor Deiner Nase nicht bewegen würde, und mache nach dem Ausatmen eine kleine Pause von ein paar Sekunden, bevor Du wieder langsam einatmest. Es ist am besten, noch langsamer auszuatmen als einzuatmen. Nach rund 5 Minuten, wenn Deine Gedanken weniger geworden sind, beginnst Du mit Deiner Konzentrationsübung.

Richte nun Deine ganze Aufmerksamkeit auf das von Dir gewählte Konzentrationsobjekt. Fühle, dass Deine Konzentrationskraft Deinem spirituellen Herzen entspringt, das sich in der Mitte der Brust befindet, und zu Deinem Dritten Auge aufsteigt, das in der Mitte zwischen den Augenbrauen und ein wenig darüber liegt. Vom Dritten Augen aus dringt Deine Konzentrationskraft in das Blütenblatt oder ein anderes Lieblingsobjekt von Dir ein. Dadurch identifzierst Du Dich mit Dem Konzentrationsobjekt und wirst mit dessen Bewusstsein eins. Während Du Dich konzentrierst solltest Du fühlen, dass nichts anderes auf der Welt existiert als das Objekt, auf das Du Dich gerade konzentrierst. Vergiss, was über Dir, neben Dir oder unter Dir ist. Richte Deine ganze Aufmerksamkeit nur auf das eine Objekt. Sobald Dein Blick abschweift, betrittst Du fremdes Gebiet. Wenn Du zu denken beginnst, weichst Du ebenfalls von Deinem Ziel ab. Wenn wir uns konzentrieren, erlauben wir keinem Gedanken in unseren Verstand einzutreten, ob gut oder schlecht.

Konzentriere Dich auf Diese Weise für 5 Minuten. So wirst Du die Kraft der Konzentration entwickeln können. Konzentration ist etwas sehr Intensives. Du dringst wie eine Kugel in etwas ein und ziehst den Konzentrationsgegenstand wie einen Magneten zu Dir heran. Es ist ganz natürlich, dass während einer Konzentrationsübung immer wieder Gedanken auftauchen. Schenke ihnen einfach keine Beachtung. Bleibe so gut wie möglich mit Deiner Aufmerksamkeit bei Deinem Konzentrationsobjekt. Sobald keine Gedanken mehr kommen und Du Dich nur an Deinem Konzentrationsobjekt erfreust, ist Deine Konzentration vollkommen.

Nach einer Übung – den inneren Frieden erhalten

Nach einer spirituellen Übung – einer Atem-, Konzentrations-, oder Meditationsübung – ist es erforderlich, dass Du nicht sofort isst, sprichst oder zu arbeiten beginnst. Das, was wir während der Übung erhalten haben, müssen wir meist zuerst aufnehmen und speichern, ansonsten kann alle innere Ruhe und Freude wieder verloren gehen.

Am besten ist es deshalb, anschließend für 10 bis 15 Minuten spirituelle Bücher zu lesen, Meditationsmusik zu hören oder spirituelle Lieder zu singen. Es ist empfehlenswert, Bücher zu lesen, die von spirituellen Meistern geschrieben wurden – Menschen, die die Erleuchtung erlangt haben. Nur die Worte derjenigen, die das Ziel der Meditation erreicht haben, können Dich wirklich inspirieren oder sogar Deine Meditationserfahrung ausdehnen. Wenn Du das Buch eines echten Meisters liest, tauchst Du in sein Bewusstsein ein. Gemäß Deiner Empfänglichkeit kannst Du so etwas von dem inneren Frieden, der universellen Liebe oder einer anderen spirituellen Qualität des Meisters, die im Bewusstsein zwischen den Zeilen ist, fühlen und aufnehmen.

Aus demselben Grund ist es ratsam spirituelle Lieder oder Instrumentalmusik zu hören oder zu singen, die von Meditationsmeistern komponiert wurde.

Du kannst nach einer spirituellen Übung auch ganz langsam gehen und einen kurzen Spaziergang machen. Das ist jedoch nur am frühen Morgen oder am Abend sinnvoll, wenn draußen eine friedvolle Atmosphäre zu spüren ist. Mit der Zeit kannst Du die Aufnahmephase, die auch Assimilation genannt wird, auf eine halbe Stunde ausdehnen. Das wäre ideal.

Es ist empfehlenswert, eine volle Mahlzeit frühestens 15 Minuten nach der Übung zu Dir nehmen. Ansonsten wird die innere Ruhe und Freude, die nach der Übung noch in Dein Wesen fließt, ebenfalls verloren gehen. Du kannst aber ein wenig trinken, wenn Du durstig bist.